Kinderbuch von Pebby Art

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Unser Sohn bekommt sehr gerne vorgelesen, so dass ich immer auf der Suche nach einem guten Kinderbuch bin. Durch Zufall bin ich auf Pebby Art und ihre Bücher gestoßen.

Während mich das erste Buch (eine Geschichte über ein Scheidungskind) nicht wirklich ansprach, hat mich (und unseren Sohn) die Geschichte über den Hamster Kalle, der sich auf die Suche nach Gott macht, begeistert.

Aber lassen wir die Autorin selbst zu Wort kommen:

Hallo Pebby, du hast 2 Kinderbücher geschrieben, magst du uns etwas über die beiden Bücher erzählen?

Hallo Marion, ja gerne.

Die beiden Kinderbücher umfassen zwei verschiedene Themenbereiche, die mir sehr am Herzen liegen. Das erste Kinderbuch Auf und weg! ist eine Geschichte zum Thema Trennung / Scheidung und das zweite Buch Lieber Gott, wo steckst denn du? behandelt die Suche nach Gott, nach jemandem, der einem Halt gibt und der für einen da ist.

Lass uns zuerst über "Lieber Gott, wo steckst denn du?" reden, denn dieses Buch hat mir und meinem Sohn sehr gut gefallen.

Warum gerade ein Hamster? Wie kamst du auf die Idee zu der Geschichte?

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr genau, wie ich gerade auf einen Hamster kam. Die Idee zur Geschichte und auch die ersten Manuskriptentwürfe sind schon ein paar Jahre alt und sind während meines Literaturstudiums immer tiefer in die Schreibtischschublade gerutscht.

Die Idee zu der Geschichte kam mir durch einen Artikel, den ich in einer Familienzeitschrift gelesen hatte. Darin ging es um die Frage, wie Kinder sich in verschiedenen Nationen Gott vorstellen und dass jeder ihm ein Stück seiner eigenen Identität andichtet. Das fand ich sehr interessant.

So habe ich mir zum Beispiel Jesus auch immer als blond, mit leicht lockigem Haar vorgestellt, obwohl er wahrscheinlich alles andere als blond war (aber vielleicht ist das bei mir einer Musical-Schulaufführung geschuldet, in der der Jesus-Darsteller blond war und sofort mein Herz erobert hatte;)).

Wird es noch weitere Bücher über den Hamster Kalle geben?

Konkret geplant ist da noch nichts. Da ich aber sehe, mit welcher Begeisterung Kalle und Friedrich aufgenommen werden (bei der LovelyBooks-Leserunde gab es ausschließlich fünf Sterne), kann es durchaus möglich sein, dass Kalle es schafft, nochmals seinen Hamsterkäfig zu öffnen. Und vielleicht schafft er es auch noch einmal Friedrich zu animieren, erneut mit ihm auf Entdeckungsreise zu gehen.

Findet Kalle, was er sucht? Was lernt er auf dem Weg?

Ja, mit Friedrichs Hilfe, zahlreichen Hinweisen von anderen Tieren und insbesondere dem vom Schmetterling endet seine Reise im Glück, auch wenn er kurz vor Schluss doch noch einmal eine derbe Enttäuschung einstecken muss.

Ohne hier zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass Kalle die verschiedenen Sichtweisen der unterschiedlichen Tierarten kennenlernt. So unterschiedlich wie die Tiere sind, so differenziert sind auch ihre Vorstellungen vom lieben Gott.

Außerdem lernt er natürlich, dass Gott nicht in dem Sinne fassbar ist, als dass er ihm auf einer Wiese als Mensch oder Hamster oder in sonstiger Gestalt begegnen könnte. Er kann ihn halt doch nicht einfach besuchen und Kaffee und Kuchen mit ihm essen und trinken.

Das andere Kinderbuch von dir heißt "Auf und weg!". Du hast bereits gesagt, dass es um das Thema "Trennung" geht. Was genau passiert in der Geschichte?

Die Eltern der kleinen Emma trennen sich. Die Siebenjährige erfährt eines Morgens, dass ihr Papa ausgezogen ist. Mir ging es darum, nachzuzeichnen, was dies in einem Kind auslösen kann und wie die Gedanken eines Kindes sich durch diesen Impuls weiterentwickeln können.

Nämlich dass daraus die Angst erwachsen kann, von den Eltern nicht mehr geliebt zu werden und dass das Kind beginnt, die Schuld bei sich selbst zu suchen.

Dennoch ist "Auf und weg!" keineswegs ein trauriges Buch. Durch das lebendig gewordene Stoffpferd Floh kommt es zu so manchen aufheiternden und witzigen Szenen und Emma lernt mit seiner Hilfe, dass sie von beiden Eltern geliebt wird und dass sie keineswegs Schuld an der Trennung ist.

Magst Du uns noch was über Dich erzählen?

Wie kamst du zum Schreiben? Warum Kinderbücher?

Geschichten entwerfen fand ich schon als Kind toll (die Eine-kleine-Vita-Seite meiner Website informiert auch darüber). Später habe ich einen Belletristikkurs an der Axel-Andersson-Akademie absolviert, habe Seminare belegt und fleißig geschrieben.

In dieser Zeit sind viele Manuskripte entstanden, die zwar ihren Weg in Verlage fanden, von den dortigen Schreibtischen leider stets die Abzweigung in den Papiermüll erwischten.

Dann entschloss ich mich, ein Literaturstudium zu beginnen (an der FernUni Hagen). Nun bin ich wohl so veranlagt, dass ich Begonnenes auch gerne zum Abschluss bringe und somit konzentrierte ich mich immer mehr aufs Hausarbeiten schreiben und die fiktionalen Geschichten rückten in den Hintergrund.

Leider zog sich das Studium bei zwischenzeitlichem Kinder kriegen und aufziehen zehn Jahre hin. Doch im Jahr 2012 war es dann soweit: Meine Magisterarbeit war fertig! Gleichzeitig hörte ich ein Pochen aus der Schreibtischschublade. Da war ja noch was!

Unter all den Manuskripten, die zum Vorschein kamen, wählte ich zunächst die Kinderbuchmanuskripte aus. Vielleicht, damit ich meine Jüngste als Primärlektorin nutzen kann, vielleicht aber auch, weil ich gerne meine Fertigkeiten im Zeichnen ausbauen wollte (ich habe 2013 noch einen Comic- und Karikaturzeichenkurs absolviert), denn die Zeichnungen, die in den beiden Kinderbüchern zu finden sind, sind ebenfalls von mir.

Du hast selbst drei Kinder, lesen die deine Bücher auch?

Na ja, mein Sohn ist mit seinen 16 Jahren dem Kinderbuchgenre zwar entschwunden, aber er hat immerhin ein Exemplar von "Auf und weg!" in seinem Zimmer liegen. Meine älteste Tochter (19) hat "Auf und weg!" gelesen. Und wir alle in der Familie kennen natürlich Kalle und Friedrich und Emma und Floh und sie sind oftmals in unseren Gesprächen vertreten.

Meine jüngste Tochter (8) hat natürlich alles gelesen. Sie ist sowieso vorab schon meine erste Testleserin und erst wenn sie begeistert ist, geht der Text weiter ins professionelle Lektorat.

Was wird dein nächstes Buch?

Mein nächstes Buch wird die Geschichte von der elfjährigen Klara und ihrem Stoffesel Klausmüller, der ebenso wie Floh lebendig wird. Sehr zu meiner Freude ist meine erste Testleserin, also meine jüngste Tochter, total begeistert von der Geschichte, in der auf Klara und Klausmüller ein richtiges Abenteuer wartet und sie zusammen mit dem Jungen Joey ein entführtes Pferd wiederfinden müssen.

Die Geschichte ist umfangreicher als meine bisherigen, und daher ist das Lesealter etwas höher (so ab acht Jahren) und es gibt eine Menge Spannung und Action und natürlich gibt es mit einem Stoffesel auch eine Menge Humor.

Meine Kleine sagt: "Mama, das ist dein bestes Buch!" Na, warten wir's mal ab. Ich bin auf jeden Fall positiv gestimmt und freue mich, dass Klausmüller seine erste Leserin schon begeistern konnte. Ein wenig wird es aber noch dauern, bis er erscheint. Er muss noch im professionellen Lektorat etwas gesäubert werden und anschließend mit Zeichnungen verziert den Weg auf die Bühne des Lesens finden.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch und wir warten gespannt auf Klara und den Esel Klausmüller!